Adolpho Leirner

„Kunstsammlern wird nachgesagt, sie seien leidenschaftlich, stolz, ja zwanghaft, mitunter sogar wahnsinnig [...] Sammeln ist wie eine Liebesaffäre, es bedeutet, Entdeckungen in einen großen Versteckspiel zu machen. Jede einzelne dieser Entdeckungen stellt einen wichtigen Teil meines Lebens dar. Mich verbindet ein zärtliches Verhältnis mit meinen Kunstwerken, mit ihnen den Raum zu teilen ist eine einzigartiges Vergnügen. Im allgemeinen [...] wissen Kunstsammler, dass sie ihre Werke nicht nur zu ihrem privaten Genuss zusammentragen, sondern zum Vorteil der gesamten Gesellschaft. Meine Sammlung öffentlich zu machen ist mir ein Vergnügen, auf diese Weise mache ich Betrachtern und Lesern einen Teil meines privaten Lebens zugänglich."

„Als ich mit dem Kunstsammeln begann, war das wichtigste Kriterium, dass es sich um zeitgenössische Künstler handeln sollte. Das hat die Sache nicht vereinfacht, aber besonders anregend gemacht. Ich wollte Risiken eingehen und nahm in Kauf, dass ich dabei Fehler machen könnte. Ich habe nie daran gedacht ein Bild zu spekulativen Zwecken zu kaufen, es waren immer Leidenschaft und Entdeckergeist, die mich antrieben."

„Das Verhältnis von Sammlern und Künstlern war immer ein schwieriges. Die Gründe dafür sind unter anderem unterschiedliche intellektuelle Positionen, verschiedene soziale Hintergründe und Weltanschauungen, niedrige Offerten, die Künstler als beleidigend empfinden, genauso wie ein zu geringes Interesse an ihrer Arbeit. Andererseits kann aber ein gegenseitiges Interesse auch zu einem befriedigendem Verhältnis führen. Ich habe Situationen erlebt, in denen Künstler eifersüchtig, besitzergreifend oder aber auch geschockt waren, dass sie ihre Arbeiten abgeben mussten, so als ob es ihre Kinder wären. Mir kommt dies völlig natürlich vor, denn auch ich würde mich nur unter ganz besonderen Umständen von Arbeiten aus meiner Sammlung konstruktivistischer Kunst trennen."